Rückenschmerzen möglichst schnell behandeln

Studie zeigt, dass früh eingesetzte Physiotherapie nicht nur Patienten hilft, sondern auch Folgekosten senkt.

27.04.2019

Der untere Rückenschmerz (LBP) ist eines der häufigsten und kostenintensivsten Krankheitsbilder in den westlichen Industrienationen. Lange Wartezeiten zwischen dem Auftreten der Schmerzen und einem Arzttermin bzw. der darauffolgenden Physiotherapie stehen im Verdacht die Prognose bei LBP zu verschlechtern. Eine im Archives of Physical Medicine and Rehabilitation veröffentlichte Meta-Analyse geht dieser Annahme nun auf den Grund.

Die Wissenschaftler von der Duke University School of Medicine in North Carolina analysierten dafür die Ergebnisse aus elf Studien. Darin wurden die entstandenen Folgekosten sowie die Inanspruchnahme weiterer Gesundheitsdienstleistungen von Patienten mit LBP erhoben. In sechs Studien wurden diesbezüglich Patienten, die eine frühe Physiotherapie erhielten (zwischen 48 Stunden bis 4 Wochen nach dem Erstkontakt) und Patienten, die erst später Physiotherapie erhielten (zwischen zwei Tagen und 90 Tagen nach dem Erstkontakt), miteinander verglichen. Fünf weitere Studien stellten den Vergleich zwischen Patienten, die eine frühe Physiotherapie erhielten (zwischen 72 Stunden und 28 Tagen nach dem Erstkontakt) und Patienten, die keine weitere Intervention („usual care“ für mindestens 7 bis 28 Tage) erhielten, her.

Zusammenfassend zeigte sich, dass eine frühzeitig eingesetzte Physiotherapie, im Vergleich zu späterer Therapie, die Inanspruchnahme weiterer Gesundheitsdienstleistungen und entstehende Folgekosten reduziert. Im Vergleich zur usual care waren die Ergebnisse nicht einheitlich.

Um weitere Einflussfaktoren auf die beobachteten Outcomes zu identifizieren, sind laut den Autoren weitere Studien notwendig. Die Einführung einer elektronischen Patientenakte könnte die diesbezügliche Datenanalyse in Zukunft erleichtern. Arnold et al. empfehlen außerdem eine einheitliche Definition des Zeitraums, in dem man von einer frühen Physiotherapie sprechen kann.

Die Originalstudie inkl. eines kostenlosen Abstracts finden Sie hier.

Catrin Heinbokel / physio.de

 

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